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TU Berlin

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Interdependenzen – Künste und künstlerische Techniken 1430-1550

09.-10.12.2011

Prof. Dr. Magdalene Bushart, Henrike Haug

Material und Technik sind mehr als die „Reibungskoeffizienten innerhalb des Gesamtprodukts“, zu denen sie Alois Riegl einst degradieren wollte; vielmehr haben sie die Geschichte der Künste nachhaltig beeinflusst. Technische Innovationen ermöglichten nicht nur neue Produktionsverfahren, sondern eröffneten stets auch neue Möglichkeiten der Formgebung. Zugleich wirkten sie auf andere Techniken, Medien und Gattungen zurück – man denke an die Rolle, die der Kupferstich im 15. Jahrhundert für Holzschnitt und Malerei gespielt oder an die Modellfunktion, die die Skulptur für die Entwicklung und Ausformulierung des Tiefdruckverfahrens übernommen hat. Interdependenzen dieser Art geht ein Projekt zur Geschichte der künstlerischen Techniken am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik an der TU Berlin nach. Ziel ist es, parallele Phänomene in den Bildgattungen durch die Jahrhunderte zu analysieren, das innovative Potential unterschiedlicher Verfahren in den Blick zu nehmen und nach deren Bedeutung für Transformationen in Stil, Ikonographie und Funktion zu fragen.

Am Beginn des Projektes steht eine Tagung, die sich dem Thema zunächst für die Zeit zwischen 1430 bis 1550 nähert, jenen Zeitraum also, in dem erstmals Differenzen zwischen künstlerischen Konzepten und ihrer praktischen Ausführung greifbar werden. Auf der einen Seite standen Experimente mit neuen Materialien und Verfahren – der zunehmende Einsatz ölhaltiger Bindemittel, die Einführung und Weiterentwicklung druckgrafischer Verfahren, die Wiederentdeckung des großformatigen Bronzegusses und des Hohltreibens - auf der anderen Seite kunsttheoretische Modelle, die programmatisch eine Entmaterialisierung der Kunst forderten und damit die Marginalisierung handwerklich-technischer Aspekte betrieben. In diesem Spannungsfeld soll die Rolle der künstlerischen Techniken untersucht und nach dem Verhältnis von technischen und künstlerischen Innovationen gefragt werden: Wie beeinflussen technische Neuerungen etablierte Formen künstlerischen Schaffens – innerhalb der Gattungen, aber auch gattungsübergreifend? Welche neuen Seherfahrungen ermöglichen, welche neuen ästhetischen Standards setzen sie? Welche Adaptionsleistungen sind von den Künstlern zu erbringen? Welche Rolle spielt der Fortschrittsgedanke – wird er im Kunstwerk thematisiert oder verschleiert? Wie reflektieren sich neue Verfahren selbst? Welchen Niederschlag finden sie in der kunsttheoretischen Literatur?

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