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TU Berlin

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Dissertationen

Alexandra Wolf

„If Value, Then Copy“: Effekte der Netzkultur(en) auf die künstlerische Praxis der Künstlergruppe SUPERFLEX

Seit 1993 entwerfen Bjørnstjerne Christiansen (1969), Jakob Fenger (1968) und Rasmus Nielsen (1969) als Künstlergruppe SUPERFLEX Installationen und Interventionen – sogenannte „Tools“. Die Gruppe agiert global und multimedial und zielt durchweg auf die Sensibilisierung und Aktivierung der RezipientInnen ab. Sie möchte Missverhältnisse, Hierarchien und Machtsysteme vergegenwärtigen und schlägt alternative Modelle sozialer Organisation vor. Dafür greift sie auf partizipatorische Strategien zurück, verwertet Kulturartefakte jeglicher Art wieder oder übernimmt Praktiken des Handels und der Wirtschaft.

“If Value, Then Copy”: Effekte der Netzkultur(en) auf die Kunstpraxis der Künstlergruppe SUPERFLEX soll zeitgenössischer Kunst im Kontext der aufgekommenen Internetkultur(en) ab den 1990er Jahren nachgehen. Dies geschieht in Anbetracht der Debatte um „Relational Aesthetics“ Ende des vergangenen Jahrhunderts, der Etablierung des Internets als Ort des kritischen Austauschs und als Experimentierfeld für alternative Publikations- und Distributionsszenarien sowie im Hinblick auf die Entwicklung von Kulturpraktiken, die durch den Umgang mit digitalen Medien zur Selbstverständlichkeit geworden sind.

Die Mitglieder von SUPERFLEX sind keine Netzkünstler, insofern ihre Projekte in der ‚realen‘ Welt vollzogen werden. Anhand von Fallbeispielen soll gezeigt werden, dass SUPERFLEX‘ Methoden und Themen jedoch in untrennbarem Zusammenhang mit der Entwicklung der Netzkulturen und deren Ideologien und Praktiken stehen.

Ich werde mich dafür Themenkomplexen aus dem Netzaktivismus widmen und dahingehend exemplarische „Tools“ analysieren, die eine Implementierung von Agenden und Methoden aus der informationstechnologischen Sphäre in jene der Kunst belegen. Das beinhaltet bspw. konkret die Forderungen nach Kopierfreiheit und freie Informationsverteilung, die zum Thema mancher Projekte von SUPERFLEX werden und sloganhaft auf Textilien, Plakaten und Murals auftauchen. Daneben spiegeln einige „Tools“ die DIY-Euphorie sowie Empowermentbewegungen der frühen Netzkulturen wider. Andere entstehen aus einem kompilierenden und wiederverwertenden Remix-Verständnis oder lassen nachträgliche Bearbeitungen zu, wie bei Open Source-Projekten. Praktisch arbeiten SUPERFELX netzwerkbasiert mit Kollaborateuren aus aller Welt und lehnen damit alleinige Autorenschaft ab. SUPERFLEX‘ Strategie, Machtsysteme zu kolportieren bzw. Hierarchien aufzuzeigen entspringt eher einer Hackerphilosophie, von innen heraus zu arbeiten, als eine offene Konfrontation zu suchen.

Für die Dissertation soll transdisziplinär vorgegangen werden und Kunst- sowie Kulturtheorien an Technologietheorien gerückt werden. Zudem ist die künstlerische Praxis der Gruppe im Konnex des steten Bemühens um Angleichung von Kunst und Leben zu betrachten, welches mit den Lebensreformern um 1900 begann und in der Kunstgeschichte fortlaufend Aktualisierung erfahren hat.

 

CV

Studium der Kunstwissenschaft im interdisziplinären Studiengang Kultur und Technik an der Technischen Universität Berlin. Abschluss 2010 mit einer Bachelorarbeit über den Einfluss der italienischen Renaissance am Sebaldusgrab in Nürnberg bei Dr. Henrike Haug.

Studium der Kunstwissenschaft und Kunsttechnologie an der Technischen Universität Berlin. Abschluss 2013 mit einer Masterarbeit über die Varianten des printed matter „Homes for America“ von Dan Graham bei Prof. Dr. Magdalena Bushart.

Seit 2014 Promotionsstudium an der Technischen Universität Berlin.

Kontakt: alexandra.wolf[at]gmx.net

 

 

 

 

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