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TU Berlin

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Künstlertum als paradigmatisches Schwellenphänomen. Zur Konstruktion moderner Konzeptionen künstlerischer Kreativität um 1900

Lupe

Das Projekt hebt darauf ab, die um 1900 existierenden, teils konkurrierenden, teils korrelierenden Auffassungen von Künstlertum und künstlerischer Kreativität als psychisches und soziales Schwellenphänomen zwischen „Wahn“, „Trieb“, Mediumismus und „Normalität“ über die Grenzen verschiedener Fachdiskurse (Psychiatrie, Kunstwissenschaft, Soziologie, Philosophie), verschiedener Medien (vorwiegend Texte, jedoch auch Werke der bildenden Kunst) sowie Textgattungen (Kunstkritik, wissenschaftliche Literatur, literarisches Pamphlet, Künstlertheorie) hinweg in ihrer Gesamtheit zu analysieren. Dabei sollen sie sowohl einer diachronen wie einer synchronen Betrachtung unterzogen werden. Die diachrone Analyse geht aus von der Frage nach den spezifischen Verlaufsformen des Transformationsprozesses von älteren, aus der Renaissance und der Romantik überlieferten Topoi (z.B. Melancholie, Wahnsinn des Genies) zu den modernen Konzeptionen des 20. Jahrhunderts. Die synchrone Analyse konzentriert sich auf die Interdependenzen zwischen verschiedenen kulturellen, sozialen und wissenschaftlichen Milieus sowie ideengeschichtlichen Richtungen (z.B. Nietzscheanismus, Psychiatriediskurs, Postulaten der sich formierenden akademischen Disziplin Kunstgeschichte).

Projektleitung:
Prof. Dr. Adrian von Buttlar
Prof. Dr. Magdalena Bushart

Mitarbeiterin:
PD Dr. Sabine Fastert

 

Dieses Projekt ist Teilprojekt F der DFG-Forschergruppe:

Kulturen des Wahnsinns (1870-1930) – Schwellenphänomene der urbanen Moderne (FOR 982)

Ziel des Forschungsverbundes ist es, eine moderne Kulturgeschichte des Wahnsinns zu entwickeln. Es werden jene Diskurse, Praktiken und Techniken untersucht, mit denen der Wahnsinn zwischen 1870 und 1930 in die Gestaltungen und Vielfalt unseres modernen Verständnisses ausdifferenziert wurde. „Wahnsinn“ wird als Feld einer Neubestimmung von Subjektivität und Individuation betrachtet, die sich in den Jahren zwischen der Gründung des Deutschen Reiches und dem Vorabend des Faschismus vollzog und den Beginn einer „urbanen Moderne“ markiert. „Wahnsinn“ wird unter dem epistemologischen Ansatz eines Schwellenraumes untersucht, der sich für einen interdisziplinären Zugriff anbietet, da er es erlaubt, Ausdrucks-, Regulierungs- und Diskursivierungsformen im urbanen Setting zu analysieren. Übergangs- oder Schwellenphänomene markieren die Aushandlungsbereiche sehr unterschiedlicher Wissensräume und soziokultureller Lebens- und Erfahrungsbereiche.

Sprecher: Prof. Dr. Volker Hess

www.kulturen-des-wahnsinns.de

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